Die Liebe


Als ich heute den Morgen im Garten verbrachte und am Mittag ins Haus ging um mein Mittagessen zuzubereiten, stand ich vor meinem neuen Thermomixgerät und dachte, wie bringe ich nun Liebe in meine Mahlzeit, da die Maschine das Essen zubereitet?

Es begann im Garten, als ich Unkraut zupfte, die Fülle bewunderte. So viel Rucola, Bohnen, Zucchini, Gurken. Diese Fülle! Manchmal ist es Zeit, den Boden zu vorzubereiten, manchmal ist es Zeit zum säen und manchmal ist es Zeit zum ernten. Bei jeder Phase der Arbeit und der Zeit kann man ein bisschen Liebe hinzufügen. Ich ernte eine Zucchini, eine Gurke und Rucolasalat. Wertvolle Nährstoffe vom Garten in kurzer Zeit im System meines Körpers. Das ist Luxus. Das Abendessen bereite ich erst am Abend vor, damit mein Partner auch frische Nährstoffe bekommt. Worauf kommt es beim Kochen an? Auf die Liebe. Meine Yogalehrerin antwortete mir einmal auf meine Frage, ob ich ein Rezept eines Brötchens bekommen kann: koche einfach mit Liebe, das ist die wichtigste Zutat. Also ich füge bei meinen Tätigkeiten ein bisschen extra bewusste, gefühlte Liebe hinzu. Fühlen ist das wichtigste. Man kann sich vornehmen zu fühlen, aber wenn das Gefühl einfach von innen heraus da ist, das ist der Idealfall. Wenn du einmal nicht so zufrieden ist, erinnere dich an ein paar Dinge, für die du dankbar bist und schon fühlst du dich besser. Sei dankbar für deine Lehrer, deine Eltern, deine Familie, deine Freunde, dein Umfeld, deine Arbeit (wie wäre es keine Arbeit zu haben?). Wie kann man gut werden in den Tätigkeiten? Indem du ein bisschen extra Liebe hinzufügst.

Wie kann dieses Gefühl einfach so aus einen hervorquellen, wie Sprossen die quellen, Couscous oder Quinoa das aufquellt mit Wasser. Die Nährstoffe werden verhundertfacht. Alle Menschen sollten Getreide und Hülsenfrüchte, Nüsse keimen.


Ich kann am Besten aus dem Natha Yoga erzählen. Wenn du meditierst (ohne Anleitung, denn Anleitung ist auch gut, aber es ist suggieren, bringt dich in einen gewissen Zustand. Meditieren ist ohne Zustand zu werden), eine Atemübung und ein paar Asanas/Yogaübungen praktizierst, dann wirst du merken, dass du dich anders fühlst. Vielleicht geerdeter, verbundener, zufriedener, weniger rastlos, ruhiger. Und wenn du regelmässig und konsistent übst, dann wird die Liebe kommen und dieses Freudegefühl wird dich einfach überkommen, dich füllen, ohne dass du darüber nachdenken musst.


Wenn du damit in den Tag gehst, dann sind all deine Tätigkeiten, dein Alltag, erfüllend. Nichts mehr triggert dich, du gehst beobachtend durch den Tag ohne dich irgendwo reinziehen zu lassen. Keine Dramen mehr, kein emotionales Gefasel mehr, kein Lästern über Andere mehr.


Letzte Woche kam jemand zu mir und sagte, der oder die spinnt. Der oder die hat das gemacht. Ja und? Es gibt Leute, die sind traumatisiert, verletzt, die schreien, die sind getriggert, die flippen aus, die sind im Drama. Wir sind Menschen, da hat alles Platz, nur können wir entscheiden, ob wir da auch rein gehen oder nicht.


Manchmal muss man auch seine Meinung sagen. Menschen, die im Drama sind, denen muss man manchmal ein Drama spiegeln, sonst begreifen sie es nicht. Trotzdem kann man im Herzen bleiben, sie nicht verurteilen, vergeben, die Türen offen lassen.


Schon ein paar Mal habe ich erfahren, dass Menschen mir sagen, ich sei hart, ich sei herzlos. Man muss wissen, dass die Menschen einen so sehen, wie sie sich selbst sehen. Sie möchten einen gar nicht kennen lernen, oder sie können es einfach nicht, weil sie feststecken. Was man so offensichtlich sieht in anderen, diese Anteile sind bei sich im Inneren dominant und die wollen erfahren werden - durch das Gegenüber. Danke schön.


Es ist die Klarheit, mit der die Menschen Mühe haben. Wenn du klar bist, was du geben kannst und was man bei dir bekommt (und was eben nicht), dann wird es richtig interessant.


Halte es aus, dass dich nicht alle lieben. Es gibt auch Lehrer und Therapeuten, die lassen die Menschen ins Messer laufen. Achte gut darauf, welche Wahrheiten jemand aushalten kann. Man muss nicht immer alles besser wissen, das erzeugt Reibung und Widerstand und das ist nicht Liebe. Man muss nicht alles aussprechen.


Menschen brauchen Zustimmung und Ermunterung, JA’s und nicht NEIN’s. Wie Kinder, die Kinder brauchen 100 Mal mehr JA’s an einem Tag als NEIN’s. So erfahren sie, dass sie alles erreichen können im Leben. Finde heraus, was dein Kind möchte, und fördere es darin. Es ist ein Witz, einem Kind eine Bildung zu einem bestimmten Zeitpunkt aufzudrücken, wenn es das gar nicht will.


Wenn du ein Lehrer oder ein Therapeut bist, Partner bist, achte darauf, ob jemand offen ist, an sich zu arbeiten, das möchten nicht alle und das ist ok, das muss man auch nicht. Es ist die freie Wahl. Also zum Thermomix zurück: Ich ernte mit Liebe, wechsle die Kleider für die Küche oder ziehe wenigstens eine Kochschürze über, ich stelle die Zutaten bereit und schmecke die Mahlzeit ab, jeder Schritt mit ein bisschen Liebe.


Nicht alle Menschen lieben sich selbst. Manchmal braucht es Jahre, bis man loslassen kann von der grossen Angst, die tausend Gesichter hat, um in dieser grossen Liebe anzukommen.


Namasté – ich grüsse von meinem göttlichen Wesen dein göttliches Wesen in dir.


Andrea

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