Der kaschmirische tantrische Yoga als nicht-dualistische shivaistische Tradition.

Erklärungen und Deutungen für den westlichen «modernen» Menschen





Gerade jetzt in diesem Zeitalter ist dieser Yoga sehr wichtig, damit wir wissen, dass diese Art von Yoga für uns zugänglich, zeitgemäss, wichtig und für uns gedacht ist. Natha Yoga, der aus Kaschmir entsprungen ist, ist im Westen wenig bekannt. Die Philosophie wird unter Kennern als die höchste Yogaphilosophie überhaupt bezeichnet. Dessen praktische Anwendung und reale Erfahrung anstelle eines reinen intellektuellen Konzeptes wird selten unterrichtet. Kaschmir steht für die geografische Bezeichnung des nordwestlichen Himalayas in Nordindien, ein magischer Ort und wie viele energetisch hoch schwingende Orte, auch umkämpft und begehrt von allen Seiten. Jedoch ist die Bezeichnung «kaschmirischer Shivaismus» auch eine monistische Schule und Weiterführung des Shivaismus indem die heiligen Texte (Agamas) als unmittelbarer Ausdruck der höchsten Wirklichkeit und des Bewusstseins (Shiva) angesehen werden (Trika). Tantra steht für körperliche, sinnliche Erfahrung bis hinaus über die energetischen und subtilen Ebenen. Anstatt das Leben auszuschliessen, wird es mit all seinen Facetten und Sinnen erfahren und umarmt. Yoga ist die praktische Erfahrung der Metaphysik der Samkhyalehre gemäss den fünf und 31 weiteren subtileren Elemente. Grundsätzlich gibt es die allwissende Präsenz (Shiva, inaktiv) und die Bewusstseinshandlung (Shakti, schöpferische Kraft). Leider wurde aus Unwissenheit und Fehlinterpretation tantrische Praktiken und Therapien entwickelt, die weit entfernt des ursprünglichen Tantrismus liegen. Nicht dualistisch bedeutet Denken und Gewahrsein in Einheit mit dem höchsten Bewusstsein (Purusha), die Nicht-Unterscheidung von Subjekt und Objekt, kein «Dies» oder «Jenes», das überwunden werden muss, weil Alles sowieso schon «ganz» und «Eins» ist. Im Natha Yoga wird die Handlung (Asana) kontemplativ (Krya) ausgeführt um sich mittels Körper, Atem, Geist und Intellekt (jedoch nicht dominierend) in und mit dem Bewusstsein zu versenken. Das «Wie» ist wichtig. Was auf der Yogamatte erfahren wird, kann im Leben erfahren werden - wenn die Erfahrung gemacht ist und integriert wird. Durch die ausgeklügelten Abfolgen der Asanas (Vinyasa krama) wird der Körper zum Instrument und Ort des Ausdrucks des Gewahrseins, des Empfindens, Fühlens, aller Geschmacksrichtungen und dieser Ausdruck wird «Spanda» genannt, eine Art vibrierende Welle, minimste Bewegung in der Stille, in der gar nichts wirklich still ist. Die Sinnesorgane (Karanas) erfahren tiefste Versenkung (Ucchara) und der spontane organisch entstehende Atem, der resoniert, wird zur Meditation und Kontemplation (der grosse Schauer des Bewusstseins). Das Bewusstsein des Menschen kann jetzt strahlen, frei und unvoreingenommen (Svatantrya) in seinem herrlichen Glanz, im Herzen (Hridaya) von Allem was existiert.

Om Shanti Andrea


Quellen für Erklärungen des Textes: Spiritwiki Yogawiki, Texte Zahra Boutaleb, eigene Erfahrungen

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